Geflügelpest im Landkreis Harburg – Wie Sie sich jetzt schützen können

Geflügelpest im Landkreis Harburg – Wie Sie sich jetzt schützen können

12. Januar 2026 / Andreas Kirchner

Geflügelpest im Landkreis Harburg – Aktuelle Lage, Maßnahmen und Tipps für Geflügelhalter

 

Im Herbst und Winter 2025/2026 ist der Landkreis Harburg – wie viele Regionen in Niedersachsen und im gesamten Bundesgebiet – von der Geflügelpest (Aviäre Influenza, Subtyp H5) betroffen. Die hoch ansteckende Tierseuche breitet sich vor allem über Wildvögel aus und stellt ein erhebliches Risiko für Haus- und Nutzgeflügel dar. Der Landkreis reagiert daher mit umfassenden Sicherheits- und Schutzmaßnahmen, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen.

Aktuelle Situation im Landkreis Harburg

Im Kreisgebiet wurden mehrere Ausbrüche bestätigt, unter anderem in der Gemeinde Todtglüsingen, wo eine Gänsehaltung mit rund 80 Tieren betroffen war. Auch im Bereich Wistedt wurden Schutzzonen und Überwachungsbereiche eingerichtet. Diese Maßnahmen betreffen nicht nur große Geflügelbetriebe, sondern auch Hobbyhalter und private Kleinstbestände.

Die Behörden nehmen die Lage sehr ernst und überwachen intensiv die betroffenen Regionen. Die Einrichtung von Schutz- und Überwachungszonen soll verhindern, dass das Virus auf weitere Geflügelhaltungen übergreift.

Was gilt jetzt? – Wichtige Regelungen im gesamten Landkreis

Stallpflicht

Für den gesamten Landkreis Harburg gilt eine durchgehende Stallpflicht für Geflügel. Das bedeutet:

  • Geflügel darf nicht ins Freie, um den Kontakt zu Wildvögeln auszuschließen.

  • Ausläufe müssen vollständig überdacht und gegen das Eindringen von Wildvögeln gesichert sein.

  • Auch Hobbyhalter mit wenigen Tieren sind betroffen.

Biosicherheitsmaßnahmen

Um das Risiko einer Einschleppung zu reduzieren, müssen alle Halter – egal ob groß oder klein – erhöhte Hygienestandards einhalten. Dazu gehören:

  • Desinfektion von Schuhen und Geräten beim Betreten des Stalls

  • Nutzung von Schutzkleidung

  • Sicherung von Futter- und Wasserstellen, damit Wildvögel keinen Zugang haben

  • Strikte Trennung zwischen Innen- und Außenbereichen

Schutz- und Überwachungszonen

Rund um betroffene Betriebe wurden mehrere Zonen eingerichtet. Diese Gebiete unterliegen besonderen Regelungen:

  • Bewegungen von Geflügel, Eiern und Geflügelprodukten sind nur eingeschränkt oder nach Genehmigung erlaubt.

  • Veterinärkontrollen werden verstärkt durchgeführt.

  • Halter müssen Tierbestände melden und Erkrankungen unverzüglich anzeigen.

Betroffen sind insbesondere Bereiche um Wistedt und Todtglüsingen. Auch benachbarte Gemeinden sind sensibilisiert und stehen unter Beobachtung.

Wie gefährlich ist die Geflügelpest?

Für Geflügel ist die Krankheit hochgefährlich und verläuft fast immer tödlich.
Für Menschen ist das Risiko nach derzeitigen Erkenntnissen sehr gering. Eine Übertragung erfolgt nur in äußerst seltenen Fällen und fast ausschließlich bei engem, direkten Kontakt zu erkrankten Tieren.

Lebensmittel wie Geflügelfleisch und Eier sind weiterhin sicher, sofern sie gut durchgegart werden.

Was können Geflügelhalter jetzt tun?

1. Bestände streng überwachen

Ungewöhnliche Todesfälle, verminderte Legeleistung oder verändertes Verhalten müssen sofort dem Veterinäramt gemeldet werden.

2. Kontakt zu Wildvögeln vermeiden

Futter und Wasser nicht im Freien anbieten, Ställe abdichten und Netze anbringen.

3. Ein- und Ausgänge sichern

Desinfektionsmatten auslegen, feste Stallkleidung nutzen, Besucher vermeiden.

4. Bewegungen reduzieren

Keine Tiere ohne Genehmigung transportieren oder aufnehmen.

5. Auf dem Laufenden bleiben

Achten Sie auf aktuelle Hinweise der Behörden und informieren Sie sich regelmäßig über neue Maßnahmen.

Was sollte die Bevölkerung beachten?

Auch wenn die Geflügelpest primär Geflügelbestände betrifft, kann jeder zur Eindämmung beitragen:

  • Tote Wildvögel nicht anfassen oder bewegen

  • Funde sofort beim Veterinäramt melden

  • Hunde im Bereich von Gewässern und Rastplätzen von Wildvögeln anleinen

Fazit

Die Geflügelpest stellt den Landkreis Harburg in diesem Winter vor große Herausforderungen. Dank schneller Reaktion, klaren Regeln und der engen Zusammenarbeit zwischen Behörden und Geflügelhaltern konnte eine weitere Ausbreitung bislang begrenzt werden. Dennoch bleibt die Lage dynamisch und erfordert weiterhin höchste Aufmerksamkeit.

Mit konsequenter Stallpflicht, strenger Biosicherheit und verantwortungsvollem Verhalten kann die Ausbreitung erfolgreich eingedämmt werden. Gerade jetzt ist gemeinsames Handeln entscheidend, um Geflügelbestände zu schützen und die Situation unter Kontrolle zu halten.

Andreas Kirchner
Andreas Kirchner ist Redakteur und Inhaber von hamburgharburg.de. Mit viel Leidenschaft berichtet er über das Leben, aktuelle Themen und spannende Entwicklungen im Hamburger Süden. Sein Ziel ist es, Harburg authentisch und informativ erlebbar zu machen.

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