Schlossinsel Marina
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Das monumentale Bronzestandbild „Der Stahlgießer“ gilt als eine der bekanntesten Arbeiten des Berliner Bildhauers Gerhard Janensch (1860–1933). Entstanden im Jahr 1918, verkörpert die Skulptur die Kraft, Würde und Bedeutung des Industriearbeiters in einer Zeit, in der Deutschland stark von der Schwerindustrie geprägt war.
Die Figur zeigt einen kräftigen Arbeiter im Schurz, der mit konzentriertem Blick eine Gießkelle schwenkt. Jede Muskelpartie ist angespannt, der Körper wirkt voller Energie – ein Sinnbild für die körperliche Anstrengung und Präzision, die der Beruf des Stahlgießers erforderte.
Janensch stellte damit nicht nur eine Berufsgruppe dar, sondern schuf ein Denkmal für den modernen Industriebetrieb, vergleichbar mit Darstellungen von Bauern oder Handwerkern in der Kunst des 19. Jahrhunderts.
Gerhard Janensch war Professor an der Berliner Akademie der Künste und bekannt für seine Arbeiten, die Handwerker und Arbeiter in heroischer Weise darstellten. Mit dem „Stahlgießer“ griff er ein Motiv auf, das in der Zeit um den Ersten Weltkrieg besondere Aktualität hatte: die Verbindung von Mensch, Technik und industrieller Leistungsfähigkeit.
Das Werk ist in verschiedenen Abgüssen überliefert. Besonders bekannt ist die Ausführung im Eisengießereimuseum in Ilsenburg sowie ein Bronzeguss in Berlin. Die Darstellung wurde zu einem Vorbild für weitere Arbeiterplastiken und gehört heute zu den markanten Zeugnissen der Industrie- und Sozialgeschichte im frühen 20. Jahrhundert.
Der „Stahlgießer“ von Gerhard Janensch ist mehr als eine Figur eines Arbeiters – er ist ein Symbol für den Stolz auf die Arbeit in der Industrie, für die körperliche Leistung und für den Wandel der Gesellschaft im Zeitalter der Industrialisierung. Damit steht die Skulptur exemplarisch für eine Epoche, in der Kunst, Technik und Arbeit enger zusammenfanden als je zuvor.
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